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Mitgliederversammlung von ASP und Charta

Marianne Roth

Die diesjährige Herbst-Mitgliederversammlung fand im Zürcher Volkshaus statt. Wir konnten 40 Mitglieder begrüssen – eine erfreuliche Zahl an einem Samstag und bei schönem Spätsommerwetter. Haupttraktandum des ersten Teils war die Beratung und Verabschiedung des Budgets 2017. Im zweiten Teil der Versammlung verabschiedeten die Charta-Mitglieder den revidierten Charta-Text. Zudem wurden sie über weitere Konsequenzen der Charta-Integration in die ASP informiert.

Mitteilungen der Präsidentin

Nach einer herzlichen Begrüssung informierte die Präsidentin, Gabriela Rüttimann, die Anwesenden einleitend über den aktuellen Stand der Akkreditierung. Bis zum Redaktionsschluss konnten vier Gesuche eingereicht werden, die nun separat aufbereitet sind. Die Rückmeldungen werden mit Spannung erwartet. Eine positive Rückmeldung erfolgte vom C.G. Jung Institut in Küsnacht, das die Akkreditierung erhalten hat, wozu wir herzlich gratulieren.

Nach wie vor ist nicht bekannt, ob und wann und vor allem zu welchen Bedingungen das Anordnungsmodell eingeführt wird. Noch hat Bundesrat Alain Berset kein grünes Licht zum Ersatz des Delegations- durch das Anordnungsmodell gegeben, bei dem zwar immer noch ein Arzt für die Überweisung an eine/n Psychotherapeut/in zuständig wäre, die Diagnose und Fallverantwortung jedoch in die Zuständigkeit der Psychotherapeutin oder des Psychotherapeuten fallen würde. Leider hält sich die hartnäckige und verbreitete Annahme, Psychotherapie sei durch den delegierenden Arzt bereits in der Grundversicherung vorhanden. Dies betrifft jedoch nur die durch einen Arzt delegiert arbeitenden Psychotherapeut/innen, nicht aber die selbständigen. Für die Mitglieder war auf jeden Fall wichtig, von der Präsidentin zu hören, dass die ASP nicht um jeden Preis bereit ist, sich Bedingungen aufoktroyieren zu lassen.

Ein positiver Nebeneffekt der Tarifverhandlungen ist die gute Zusammenarbeit der drei Verbände ASP, FSP und SBAP, die durch das gemeinsame Projekt enger zusammengerückt sind. Die Verbände sind seit über zwei Jahren in der «Tarifgruppe» daran, sich auf die Tarifverhandlungen vorzubereiten. Dazu gehört auch die Kosten- und Leistungserhebung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im Auftrag der Verbände, die dazu dienen soll, eine «Modellpraxis» zu entwerfen, die realistisches Zahlenmaterial für die weiteren Vorbereitungen liefern soll. Ziel der Tarifgruppe ist es, argumentativ bestmöglich auf die hoffentlich bald stattfindenden Tarifverhandlungen vorbereitet und gegen «Überraschungen» gefeit zu sein. Aufgrund der guten Arbeit der drei Verbände ist nicht auszuschliessen, dass eine Kooperation auch in anderen Projekten vorstellbar wäre.

Noch vor Ende des Jahres soll die gänzlich überarbeitete Website aufgeschaltet werden. Nachdem sich der Vorstand an seiner Retraite im August 2018 mit der endgültigen Integration der Charta beschäftigt hat und die Verbandsstruktur entsprechend anpassen möchte, wird ein nächster wichtiger Schritt die Anpassung der ASP-Website sein. Die inhaltliche Struktur wurde an verschiedenen Sitzungen und Diskussionsrunden erarbeitet und ist nun zur Umsetzung bereit. Was die Statutenänderungen und weitere strukturelle Anpassungen betrifft, werden diese der Mitgliederversammlung vom 19. März 2017 zur Verabschiedung vorgelegt.

Budget 2017 wieder stabil

Neben den Mehrkosten für die Akkreditierung und durch weniger Einnahmen bei den Mitgliederbeiträgen mussten verschiedene Massnahmen getroffen werden. Für das Geschäftsjahr 2017 wurden verschiedene Budgetkürzungen und auch Bereinigungen vorgenommen. Damit konnte den Mitgliedern ein nahezu ausgeglichenes Budget 2017 präsentiert werden.

Der ungewisse Ausgang der Akkreditierung der verschiedenen Weiterbildungsgänge verunsichert viele Psychotherapeut/innen, sodass sie es sich zwei Mal überlegen, ob sie Mitglied in einem Verband werden wollen. Ein positives Signal ist, dass viele Ideen bestehen, wie die Einnahmenseite verbessert werden könnte.

Zusammen mit dem Budget haben die Mitglieder die Beiträge der Einzel- und Kollektivmitglieder einstimmig verabschiedet. Ebenfalls wurde der Vorschlag des Vorstandes begrüsst, inskünftig nur noch eine Mitgliederversammlung pro Jahr, und zwar im Frühling, durchzuführen, wie dies bereits früher der Fall gewesen war.

Mitteilungen aus der Charta

Nach der Pause übernahm Peter Schulthess die Sitzungsleitung und hiess seinerseits alle Anwesenden herzlich willkommen. Anknüpfend an die Informationen zur Vorstandsretraite und die Anpassung der Verbandsstruktur informierte er die Anwesenden über den Beschluss des Vorstands, die Charta neu als Kommission Weiterbildungsinstitutionen / Fachverbände zu bezeichnen. Die Kommissionen und Fachgruppen bleiben grossmehrheitlich bestehen und werden ihre Arbeit weiterführen können wie bisher. Damit ist die Integration der Charta in die ASP endgültig vollzogen.

Nicht ohne Stolz informiert Peter Schulthess über das Erscheinen der PAP-S Studie «Was wirkt in der Psychotherapie? », die diesen Herbst in Buchform erschienen ist. Darin enthalten sind die Ergebnisse der Praxisstudie ambulante Psychotherapie zu 10 unterschiedlichen Verfahren. Die 300-seitige Broschur erscheint im Psychosozial-Verlag unter der ISBN Nr. 978-3-8379-2586-9 und kann wie folgt bestellt werden: Im Internet unter www.psychosozial-verlag-de, per E-Mail an bestellung@psychosozial-verlag.de oder über unser Sekretariat. Für die ASP-Mitglieder wird die Publikation zum Vorzugspreis von CHF 34 abgegeben.

Revision des Charta-Textes abgeschlossen

Nach den Informationen des Charta-Vorstandes präsentierte Peter Schulthess den revidierten Charta-Text. Er betont nochmals die Notwendigkeit der Überarbeitung des veralteten Textes. Es wurden nun die Korrekturvorschläge eingearbeitet, die an der letzten Mitgliederversammlung vorgebracht wurden sowie weitere Verbesserungsvorschläge des Kolloquiums der Weiterbildungsinstitutionen, das kürzlich stattgefunden hat. Nach der zweiten Lesung konnte der Text von den Mitgliedern mit letzten Korrekturen verabschiedet werden. Nach einer letzten Korrekturlesung wird er auf Französisch und Italienisch übersetzt und im Internet aufgeschaltet. Spezieller Dank geht an Katrin Hartmann, die den Text in eine einheitliche inhaltliche Form gebracht und redigiert hat.

Damit erhält der Text seine ursprüngliche Bestimmung einer eigentlichen Charta zurück. Er widerspiegelt die inhaltliche, wissenschaftliche und ideelle Grundhaltung der ASP in Bezug auf die Profession Psychotherapie und wird der ASP inskünftig als Grundlagentext dienen. Einzelne Aspekte sollen auch an zukünftigen Kolloquien inhaltlich vertieft werden.

Weiterbildungsinstitutionen unter sich

Alle Weiterbildungsinstitutionen sind in der einen oder anderen Form in das Akkreditierungsverfahren involviert. Um einen grösstmöglichen Nutzen aus den Verfahren zu ziehen, werden alle Institutionen eingeladen, ihre Erfahrungen auszutauschen und an die ASP zurückzumelden. Es hat sich beispielsweise herausgestellt, dass die Experten bei den Beurteilungen mit unterschiedlichen Ellen messen. Dadurch entsteht eine Rechtsungleichheit, indem ein Aspekt, der bei einer Institution zur Anwendung kommt, bei einer anderen nicht mehr berücksichtigt wird.

Diese und andere Schwachstellen müssen in eine Gesamtbeurteilung einfliessen können, die die ASP als verantwortliche Organisation im Sinne einer rechtlichen Anhörung dem EDI wird abliefern können. Dass das EDI eine von den Experten unabhängige Einschätzung vornimmt und sich strikt an der Gesetzgebung zu orientieren scheint, gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Der letzte Teil der Versammlung gehörte den Weiterbildungsinstitutionen und Kollektivmitgliedern, die sich neben dem laufenden Akkreditierungsverfahren gegenseitig auch über ihre aktuellen Projekte, Veranstaltungen und Kursangebote austauschten. Die ASP stellt den Kollektivmitgliedern die Veranstaltungsagenda auf ihrer Website zur Verfügung, wo sie ihre Veranstaltungen, Kurse und Anlässe gratis publizieren können. Auf Wunsch können diese auch per E-Mail an alle ASP-Mitglieder verschickt werden.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung offerierte die ASP im Foyer des Volkshauses einen Stehlunch, der zum Austausch und zu weiteren Diskussionen animierte und das positive Ambiente kulinarisch unterstrich.

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