Als Anfangs der Neunzigerjahre in verschiedenen Ländern Europas damit begonnen wurde, erste Schritte zur Regelung des Psychotherapieberufes zu unternehmen, fingen die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an, sich national und international zu formieren, um aktiv an den gesetzlichen Regelungen mitzuwirken. Ein wichtiges frühes Ergebnis ist die „Strassburger Deklaration“ von 1990 mit der grundlegenden Aussage, dass die Psychotherapie eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin ist, deren Ausübung einen selbständigen und freien Beruf darstellt.
Aus dieser Bewegung entstand das Bedürfnis nach einem eigenen wissenschaftlichen Publikationsorgan. Der Österreichische Bundesverbande für Psychotherapie gründete die Zeitschrift „Psychotherapie Forum“, die er im Springer Verlag Wien herausgegeben hat. Bald wurde der Schweizer Psychotherapeuten Verband (ASPV) Mitherausgeber und kurz danach auch der Deutsche Dachverband für Psychotherapie, was zu einer Gesamtauflage von rund 6000 Exemplaren führte, und damit zum Psychotherapie-Journal mit dem größten Verbreitungsgrad. Nach deren Gründung wurde auch die Schweizer Charta für Psychotherapie Mitherausgeberin. Der ASPV zog sich einige Jahre später als herausgebender Verband zurück, ist aber via seiner Mitgliedschaft in der Charta weiter involviert
Nach 19 Jahren bei Springer, erkannten wir, dass eine verlagsgebundene Zeitschrift eine Reihe von Vorteilen, aber auch Nachteile mit sich bringt. Um diese Beschränkungen aufzuheben und möglichst viele Leserinnen und Leser zu erreichen, beschlossen wir 2010, das Journal unter dem neuen Titel „Psychotherapie Wissenschaft“ mit einem kostenfreien Zugang auf dem Internet zu publizieren. Damit schliessen wir uns der „Open Access“ Bewegung an, deren Ideen wir vollumfänglich unterstützen. Weiterhin soll die Zeitschrift jedoch auch als Print Ausgabe erscheinen.
Mit dem neuen Titel der Zeitschrift unterstützen wir auch die Etablierung der Psychotherapie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin.
Als besonderer Service besteht immer noch die Möglichkeit, eine gedruckte Version der Hefte zu bekommen. Wir hoffen aber auch, dass sich dies auf eine gewisse Übergangszeit beschränken wird, und dass bald alle Leserinnen und Leser die zusätzlichen Möglichkeiten der Online-Ausgabe zu schätzen wissen, wie Suchfunktionen, Archiv, direkte Links zu zitierten Publikationen und direkte Kontakte zu Autorinnen und Autoren usw.