Die Präsidentin berichtet

Gabriela Rüttimann

Ergiebige Vorstandsretraite

Was bereits seit einigen Jahren beschlossene Sache ist – die Integration der Charta in die ASP –, muss sich schlussendlich auch in der Organisationsstruktur und im gesamten Regelwerk der ASP bemerkbar machen. Daher wurden an der diesjährigen Vorstandsretraite die Änderungen in den Statuten sowie den wichtigsten Reglementen bearbeitet, damit sie der nächsten Mitgliederversammlung im März 2018 zur Verabschiedung vorgelegt werden können. Meine persönliche Meinung ist, dass wir eine für alle Seiten befriedigende Lösung finden konnten und die Verbandsstruktur der Realität entsprechend abgebildet wird.

Ein Blick auf die Finanzen ergab keine neuen Überraschungen. Die Akkreditierung kostet uns einiges mehr, als zunächst angenommen: Die Anwaltskosten für einen Fall, der wenigstens zu einem für uns positiven Bundesgerichtsurteil führte, reissen ein Loch in unsere Kasse und die Kosten- und Leistungserhebung, die wir in Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden von der FHNW durchführen liessen, ist teurer als budgetiert. Ansonsten präsentieren sich die Finanzen in dem budgetierten Rahmen.

Thema der Sitzung war nicht zuletzt die Strategie 2014–2018, die, wie vom Vorstand vorgenommen, einer jährlichen Überprüfung unterzogen wird. Rückblickend kann gesagt werden, dass die allermeisten gesetzten Ziele umgesetzt worden sind und wir uns bereits einer neuen Strategie 2019–2023 zuwenden können. Erste Themen sind gesetzt und sollen ebenfalls an der Mitgliedersammlung präsentiert werden.

 

Phase I der Akkreditierung abgeschlossen

Mit grosser Erleichterung können wir vermelden, dass inzwischen alle Akkreditierungsgesuche eingereicht sind und bis zum Erscheinungsdatum dieser Ausgabe des à jour die Vor-Ort-Visiten der Experten in die Wege geleitet sein sollten. Die vorbereitenden Erstgespräche mit der Akkreditierungsagentur haben bereits stattgefunden. Zeit, die Gelegenheit zu ergreifen, mich auch auf diesem Weg bei den Partnerinstitutionen für die gute Zusammenarbeit, die mit einem erheblichen Mehraufwand für alle Beteiligten verbunden war, zu bedanken. Insbesondere geht mein Dank auch an Peter Schulthess, Sandra Lutz Hochreutener und die Mitarbeiterinnen auf der Geschäftsstelle, die alle einen sehr grossen Zusatzaufwand geleistet haben.

 

Kritik an Krankenkassen

Wir erhalten immer wieder Reklamationen von Mitgliedern, was ihre Krankenkasse betrifft. Ihre Kasse habe ihnen mitgeteilt, sie seien nicht auf der tarifsuisse-Liste aufgeführt, obwohl sich nach unserer eigenen Überprüfung herausstellt, dass das Mitglied sehr wohl eingetragen ist. Wieder andere beschweren sich, dass ihre Krankenkasse nur Mitglieder akzeptiere, die bei der FSP eingeschrieben seien. Das ist insofern ein Affront, als die ASP der FSP sowohl auf kantonaler wie auf Bundesebene absolut gleichgestellt ist. Um diesen Missstand aus der Welt zu schaffen, haben wir ein explizites Rundschreiben an alle Krankenkassen verschickt. Nicht nur ist es mühsam, dass wir uns immer wieder rechtfertigen müssen, sondern dieses Vorgehen schädigt auch unseren Ruf, was wir uns nicht gefallen lassen wollen.

 

Internationales

Unter der Schirmherrschaft der UNESCO und der Stadt Paris fand vom 24. bis 28. Juli der 8. Weltkongress für Psychotherapie statt. Er stand im Zeichen dieses aussergewöhnlichen Jahrhunderts der Globalisierung und trug den Titel «Life and Love in the 21st Century: From the intimate encounter to embracing the world». Mit Blick auf dieses globale Zeitalter stellte der Kongress unsere psychotherapeutischen Praktiken und ihre theoretischen Grundlagen in Frage. Gleichzeitig verwies er auf die Schnittstelle zwischen Psychotherapie und verschiedenen anthropologischen, soziologischen, epistemologischen und ethischen Repräsentationen.

Etwas erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass nur wenige Schweizerinnen und Schweizer anwesend waren, sind diese Anlässe doch wichtige Foren für Austausch und zum Netzwerken. Vielleicht ist zu wenig bekannt, dass solche Kongresse auch als Fortbildung verbucht werden können und den Blick über die eigene Therapiemethode und nationale Grenze hinaus öffnen können. Der nächste Kongress wird übrigens vom 26. bis 29. Juni 2020 in Moskau stattfinden.

 

Gabriela Rüttimann, Präsidentin der ASP

gabi.ruettimann@psychotherapie.ch

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