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Peter Schulthess

News aus der Schweizer Charta für Psychotherapie

Die Mitgliederversammlungen der Charta vom 19.1.2013 und die der ASP (Assoziation Schweizer PsychotherapeutInnen) vom 16.3.2013 haben sich beide in einer Konsultativabstimmung einstimmig dafür ausgesprochen, per 1.1.2014 zu fusionieren.

Eine gemeinsame Mitgliederversammlung am 21. September 2013 wird über die Fusion und die neuen Statuten rechtswirksam entscheiden.

Die Schweizer Charta für Psychotherapie ist ein Dachverband für psychotherapeutische Ausbildungsinstitutionen, Fachverbände und Berufsverbände. Er basiert auf einer Übereinkunft zum Wesen der Psychotherapie und deren Ausbildungserfordernissen. In den Jahren 1989-1991 hat eine Konferenz massgeblicher psychotherapeutischer Ausbildungsinstitutionen in der Schweiz einen Konsens über Inhalte, Ausbildung, Wissenschaft und Ethik in Form der "Schweizer Charta für Psychotherapie" erarbeitet. Vertreten waren tiefenpsychologische, humanistische, körperpsychotherapeutische, sowie kunst- und ausdrucksorientierte Verfahren. 1993 wurde die "Charta" zunächst von 27 Ausbildungsinstitutionen, Fach- und Berufsverbänden unterzeichnet. Seither werden die Vereinbarungen in demokratischen Prozessen laufend weiterentwickelt und umgesetzt.

Die Schweizer Charta für Psychotherapie dient der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Psychotherapie und bürgt für seriöse Psychotherapiemethoden mit hohen Ausbildungsstandards. Nur evaluierte Institutionen und Verfahren erhalten die Mitgliedschaft. Sie werden periodisch auf die Einhaltung der Chartanormen überprüft.

Die Psychotherapie gründet auf den Erkenntnissen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Zu ihrer Weiterentwicklung als eigenständige Wissenschaft braucht sie den Diskurs von PsychotherapeutInnen mit dem Hintergrund unterschiedlicher Grundlagenwissenschaften. Deshalb ist der Zugang zur Weiterbildung in Psychotherapie offen zu halten. Diesem Ziel ist auch die ASP verpflichtet.

Organisatorisch war die Charta 1993 bis 1997 als selbständige Ausbildungskommission dem damaligen SPV angegliedert. Danach konstituierte sie sich als eigenständiger Verein, nicht zuletzt in der Hoffnung, die damals vorherrschende Kluft zwischen SPV, FSP und FMH überbrücken zu können, bildeten doch die Weiterbildungsinstitutionen traditionell PsychotherapeutInnen aller drei Verbände aus. Es bestand auch die Hoffnung, Weiterbildungsinstitutionen anderer Richtungen als jene, die bereits mit dem SPV verbunden waren, anziehen zu können. Leider erfüllten sich diese Hoffnungen nicht. Die Trennung von der heutigen ASP war aber nie ganz vollzogen worden, ist doch die ASP bis heute der grösste Mitgliederverband der Charta. Die berufspolitischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre um das Bild des Psychotherapieberufes und eine adäquate Gesetzgebung zeigten, dass Charta und ASP sich für die selben Positionen einsetzten. Diese Doppelspurigkeit gab einerseits mehr Kraft, irritierte aber auch gegen aussen. Die ASP wurde dafür kritisiert, dass sie als Berufsverband keine Curricula von Weiterbildungsinstitutionen selber beurteilte, sondern diese Aufgabe an die Charta delegiert hätte und die Charta wurde zwar als kompetente Garantin für seriöse Qualitätssicherung von Weiterbildungsgängen angesehen, wurde aber nicht einbezogen in berufspolitische Belange, da sie kein Berufsverband sei. Im nun veränderten berufspolitischen Umfeld macht es Sinn, wenn die beiden Vereine sich wieder vereinigen. Damit werden beide zu einem vollwertigen Player.

Die Charta wird dieses Jahr 20 jährig. Eine Jubiläumsschrift wird die verschiedenen Aspekte der Charta-Arbeit der letzten 20 Jahre beleuchten.

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