08 ORI Koschier_Leitner1

Originalarbeit

Alexandra Koschier, Anton Leitner

Evaluation des Universitätslehrgangs „Psychotherapeutische Psychologie“ 2004-2014

Zusammenfassung: Die Universitätslehrgänge „Psychotherapeutische Psychologie“ 01-04, die vom Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit in Kooperation mit der Schweizer Charta für Psychotherapie durchgeführt wurden, sind nach der aktuellen Verordnung der Donau-Universität Krems im Rahmen eines begleitenden Evaluationsforschungsprojektes evaluiert worden. Erwartungen und Erfahrungen in Hinblick auf das Lehrangebot konnten erfasst werden. Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine sehr positive Bewertung der Weiterbildung, sowohl die Inhalte als auch deren Vermittlung betreffend. Die Förderung der professionellen Kompetenz der Studierenden im Rahmen des Weiterbildungsprozesses ist somit sehr gut gelungen.

Schlüsselwörter: Psychotherapeutische Psychologie, Schweizer Charta für Psychotherapie, Weiterbildungsevaluation

Evaluation of the university courses Psychotherapeutic Psychology 2004-2014

Abstract: The university courses Psychotherapeutic Psychology 01-04, conducted by the Department for Psychotherapy and Biopsychosocial Health in cooperation with the Swiss Charta for Psychotherapy, have been evaluated in the context of an accompanying evaluation research project according to the current regulation of the Danube University Krems. Expectations and experiences in regard to the curriculum could be detected. The overall results show a very positive assessment of the training, concerning both the content as well as their placement. The promotion of the professional competence of the students proceeded very well in the context of the training process.

Keywords: Psychotherapeutic Psychology, Swiss Charta for Psychotherapy, training evaluation

Valutazione del curriculum universitario "Psicologia psicoterapeutica" 2004-2014

Riassunto: I curricula universitari "Psicologia psicoterapeutica" 01-04, offerti dal Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit (dipartimento per la psicoterapia e la salute biopsicosociale) in cooperazione con la Charta svizzera per la psicoterapia, sono stati valutati secondo l'attuale ordinanza della Donau Universität di Krems nell'ambito di un concomitante progetto di ricerca di valutazione. Ciò ha permesso di considerare le aspettative e le esperienze relative all'offerta di formazione. I risultati mostrano in complesso una valutazione molto positiva della formazione specialistica, sia per quanto riguarda i contenuti, sia per la loro trasmissione. La promozione della competenza professionale degli studenti nell'ambito del processo di formazione specialistica è dunque riuscito molto bene.

Parole chiave: Psicologia psicoterapeutica, Charta svizzera per la psicoterapia, valutazione della formazione specialistica

Hintergrund

Die Donau-Universität Krems hat als führender Anbieter universitärer Weiterbildung die Aufgabe forschungsbegründetes Wissen in Form von Universitätslehrgängen zu vermitteln und ist gemäß dem Bundesgesetz über die Universität für Weiterbildung Krems verpflichtet, der Einheit von Weiterbildung, wissenschaftlicher Lehre und Forschung zu nützen, im Sinne von Entwicklung und Durchführung von Universitätslehrgängen sowie wissenschaftlicher Forschung zur Unterstützung der Lehre in den Universitätslehrgängen (Leitner, 2005). Vor diesem Hintergrund ist auch das Lehrangebot des Departments für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit zu sehen, unter dessen Dach der Universitätslehrgang „Psychotherapeutische Psychologie“ in Kooperation mit der Schweizer Charta für Psychotherapie als Universitätslehrgang mit dem Abschluss eines Weiterbildungsmasters berufsbegleitend durchgeführt wurde.

Nach Planung und Entwicklung wurde der Universitätslehrgang „Psychotherapeutische Psychologie“ in der Verordnung 2004 / Nr. 23 vom 30. September 2004 erstmals genehmigt und ist auch gemäß der zuletzt gültigen Verordnung 2008 / Nr. 10 vom 7. Februar 2008 zu evaluieren. Im Fokus der Evaluation steht die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und Lehre als Maßnahme zur Qualitätssicherung, wobei am Department neben der zentralen Lehrveranstaltungsevaluation auch eine begleitende Evaluationsforschung durchgeführt wird, in der in einer ausführlichen Erhebung vor Beginn und nach Ende jedes Universitätslehrgangs die Stärken und Schwächen des Lehrangebots überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.

Während seiner Dauer von 5 Semestern wurde im Universitätslehrgang „Psychotherapeutische Psychologie“ Wissen über die gängigsten Konzepte und Theorien auf dem Gebiet der Psychotherapie und Psychologie und angrenzenden Wissensgebieten vermittelt und auch die Forschungsergebnisse in diesem Feld kritisch mit einbezogen. Folgende Fachbereiche wurden thematisiert: Theorie der Psychotherapeutischen Psychologie, Medizinische Kenntnisse, Grundkenntnisse von Testtheorie und Forschung sowie Grundlagen anderer Wissensgebiete (Brander, 2008).

Im nachfolgenden Artikel werden die wesentlichen Daten der lehrgangsbegleitenden Evaluationsstudie präsentiert.

Studiendesign und Untersuchungsmethode

Fragebogen

Die Evaluationsbögen zur Erhebung der Erwartungen an die bzw. der Erfahrungen mit der Weiterbildung „Psychotherapeutische Psychologie“ im Rahmen der Schweizer Charta für Psychotherapie wurden auf Grundlage von Informationen aus dem Curriculum erstellt und zunächst in einer Papier-Bleistift, später in einer Online-Version verfügbar gemacht. Es wurden neben soziodemografischen Informationen Angaben zu Erwartungen und Voraussetzungen der Weiterbildung, zu Erwartungen, Wünschen und Befürchtungen sowie zu Erfahrungen und Kritikpunkten erhoben, die von den Befragten zum einen mittels einer 11-stufigen Prozentskala (von 0=„gar nicht“ bis 100=„sehr“) zum anderen mittels einer 5-stufigen Schulnotenskala (von 1=„sehr gut“ bis 5=„mangelhaft“) beurteilt wurden. Zusätzlich gab es die Möglichkeit bei einzelnen Fragen Rangreihen zu bilden.

Die Fragebögen wurden als Papier-Bleistift-Bögen vor Beginn und nach Ende des jeweiligen gesamten Universitätslehrgangs vorgegeben. In ihrer Online-Version wurden die Erhebungsbögen mittels EvaSys erstellt und den Studierenden elektronisch zugänglich gemacht. Die Befragung erfolgte anonym, so dass die Zuordnung von einzelnen Datensätzen zu den befragten Personen ausgeschlossen werden konnte.

Datenaufbereitung und statistische Auswertung

Die gewonnenen Daten wurden mit SPSS (Statistical Package for the Social Sciences) für Windows Version 20 ausgewertet. Hierzu wurden Mittelwerte und Mediane der jeweiligen Häufigkeitsverteilungen herangezogen.

Ergebnisse

Stichprobe

Die Erhebung umfasste die Universitätslehrgänge „Psychotherapeutische Psychologie“ 01-04 und wurde im Zeitraum zwischen 19.11.2004 und 23.08.2014 unter allen am Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit in einem der Universitätslehrgänge für „Psychotherapeutische Psychologie“ eingeschriebenen Studierenden durchgeführt. Insgesamt wurden 107 Personen zur Teilnahme an der Evaluation eingeladen.

83 Personen konnten in die Untersuchung eingeschlossen werden, was einer Rücklaufquote von 88,8% entspricht (Abb.1).

image001.png 

Abb. 1: Anzahl der ausgesendeten und Anzahl der retour gekommenen Evaluationsbögen je Lehrgang (Angaben in absoluten Zahlen) aufgeschlüsselt nach Eingangs- bzw. Abschlusserhebung.

Von den vor Beginn der Weiterbildung befragten StudentInnen waren 18,2 % in einer pädagogischen Einrichtung tätig, 14,3 % in einer kirchlichen und 9,1 % in einer psychosozialen Einrichtung. Die berufliche Tätigkeit veränderte sich zum Ende des Universitätslehrganges hin zu mehr Arbeitsfeldern in klinischen Einrichtungen (12,0%), aber auch hin zu verstärkter Tätigkeit in eigener Praxis. Rund zwei Drittel der Studierenden waren weiblich, ein Drittel männlich mit einem durchschnittlichen Alter von 43 Jahren zu Beginn bzw. 47Jahren nach Ende des Universitätslehrgangs. Die soziodemografischen Charakteristika der Stichprobe werden in Tabelle 1 präsentiert.

Psychotherapeutische Psychologie

Eingangserhebung

Abschlusserhebung

 

n

%

n

%

Studierende

77

100

83

100

Geschlecht

       

Weiblich

54

70,1

55

66,3

Männlich

22

28,6

26

31,3

Fehlende Angaben

1

1,3

2

2,4

Grundausbildung

       

Hochschulstudium

43

5,8

k.A.

k.A.

Fachhochschule

22

28,6

k.A.

k.A.

Äquivalent

11

14,3

k.A.

k.A.

Tätigkeitsfeld

       

Pädagogische Einrichtung

14

18,2

11

13,3

Unternehmen

5

6,5

6

7,2

Dienstleistungsbetrieb

5

6,5

3

3,6

Psychosoziale Einrichtung

7

9,1

7

8,4

Klinische Einrichtung

2

2,6

10

12,0

Kirchliche Einrichtung

11

14,3

3

3,6

Sonstiges

24

31,2

30

36,1

Fehlende Angaben

9

11,7

13

15,7

         

Alter

Jahre

Jahre

Alter gesamt

43,42

47,17

Alter weiblich

44,61

48,45

Alter männlich

40,81

44,76

Tabelle 1: Stichprobenbeschreibung zu Beginn bzw. nach Ende der Weiterbildung.

Erwartungen und Erfahrungen

Die wesentlichen Kriterien zum Beginn der Weiterbildung „Psychotherapeutische Psychologie“ lagen im Erwerb der Grundlagen für eine Psychotherapieausbildung, in der fachlichen Kompetenzerweiterung und einer persönlichen Weiterentwicklung. Aber auch die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Masterabschlusses sowie das Interesse an den Themen Psychologie, Psychotherapie während der ganzen Lebensspanne und die Möglichkeit zur Wissens- und Erfahrungsvertiefung bildeten starke Motive für die Wahl der Weiterbildung. Darüber hinaus wurde die Gelegenheit zum fachlichen Austausch im kompetenten KollegInnenkreis aber auch die Interdisziplinariät sowohl der Mit-StudentInnen als auch der Vortragenden als wertvoller Output der Psychotherapeutischen Psychologie-Lehrgänge angesehen. In diesem Zusammenhang wurden auch der Diskurs mit der wissenschaftlichen Community und die damit verbundene Möglichkeit, den neuesten Stand des psychotherapeutischen Wissens kennenzulernen, angesprochen.

Der Großteil der befragten Studierenden erwartete eine wesentliche Entwicklung der persönlichen, sozialen und professionellen Fähigkeiten und Fertigkeiten durch die Weiterbildung. Insbesondere wurde eine Stärkung der professionellen Sicherheit erwartet (mw=72,42, md=80 (0=gar nicht bis 100=sehr), s=18,65; n=66). Tatsächlich ließen sich in allen Bereichen Verbesserungen feststellen, wobei insbesondere die Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten insgesamt (mw=66,89, md=70 (0=gar nicht bis 100=sehr), s=24,60; n=74) sowie die persönliche Entscheidungsfähigkeit (mw=59,31, md=65 (0=gar nicht bis 100=sehr), s=25,97; n=72) stark über den Erwartungen lagen. Folgende Abbildung gibt die Frage wieder:

Wie sehr glauben Sie, hat diese Weiterbildung die Entwicklung Ihrer Fähigkeiten & Fertigkeiten beeinflusst?

 

gar nicht

             

sehr

persönliche (insgesamt)

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

Entscheidungsfähigkeit

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

                       

soziale (insgesamt)

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

Entscheidungsfähigkeit

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

Kooperationsfähigkeit

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

                       

professionelle (insgesamt)

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

professionelle Sicherheit

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

professionelle Kooperation

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

Die Entwicklungserwartungen wurden in allen Bereichen von der tatsächlichen Erfahrung übertroffen.

image002.png 

 

Abb. 2: Erwartung der Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten vor der Weiterbildung sowie tatsächliche Erfahrungen nach Abschluss der Weiterbildung (Angaben in Prozent)

Diese Veränderungen von Fähigkeiten und Fertigkeiten sollten aus der Erwartung der Studierenden am ehesten durch die Vermittlung der Theorie der psychotherapeutischen Psychologie und die Vertiefung medizinischer Kenntnisse erreicht werden. Grundkenntnisse von Testtheorie und Forschung sowie die Grundlagen anderer – juristischer, philosophischer, religionswissenschaftlicher – Wissensgebiete wurden als weniger wichtig eingestuft. Als entscheidende Faktoren für fachlich kompetente PsychotherapeutInnen wurden Persönlichkeit, Empathie sowie Qualität der Arbeitsbeziehung und Motivation der/des Hilfesuchenden erwartet. Hier deckten sich die Erfahrungen nach Abschluss des Universitätslehrgangs sehr genau mit den Erwartungen vorher. Einzig der Empathie wurde nach der tatsächlichen Lernerfahrung ein noch höherer Stellenwert eingeräumt. Die Rangreihen werden in Abbildung 3 dargestellt.

image003.png 

Abb. 3: Kompetenzfaktoren für PsychotherapeutInnen (Rangreihe, 1=am wichtigsten, 13=am unwichtigsten) im Vergleich zwischen Eingangs- und Abschlusserhebung

Beinahe 90 % der Studierenden sahen ihre professionelle Kompetenz durch die Weiterbildung (sehr) stark gefördert und nur 2 Personen beurteilten diese professionelle Förderung mit genügend oder mangelhaft. Insgesamt betrachtet fällt die Gesamtbewertung des Universitätslehrgangs „Psychotherapeutische Psychologie“ demnach äußerst positiv aus. Mehr als 90 % der Studierenden vergaben mindestens die Schulnote gut und unzufriedene StudentInnen gab es nur in äußerst geringem Ausmaß (Abb.4).

image004.png 

Abb. 4: Gesamtbeurteilung der Weiterbildung in Schulnoten (n=83)

Im Detail wurden Programmstruktur, Inhalt, Didaktik sowie Übertragbarkeit in die Praxis der Unterrichtsfächer bewertet. Besonders gut schnitten die Programmstruktur der Theorie der Psychotherapeutischen Psychologie (mw=1,71) sowie der Medizinischen Kenntnisse (mw=1,73) bei einer Bewertung im Schulnotensystem ab. Auch inhaltlich konnten diese beiden Fächer (Theorie: mw=1,55; Medizin: mw=1,59) überzeugen. Hinsichtlich der Didaktik wurden die Grundlagen anderer Wissensgebiete am besten (mw=1,90) bewertet, am besten gelang die Übertragung medizinischer Kenntnisse in die Praxis (mw=1,96). In allen Bereichen konnten überwiegend sehr gute bis gute Ergebnisse erzielt werden.

Der Weiterbildungsprozess wurde durch die Vortragenden gut begleitet (mw=2,01), insbesondere deren Fähigkeiten und Wissen über die vorgetragenen Inhalte war ausgezeichnet (mw=1,33), ebenso wie ihr praktische Können (mw=1,64). Einen Überblick gibt Tabelle 3.

Unterrichtsfach

n

mw

md

s

Theorie der Psychotherapeutischen Psychologie

Programmstruktur

70

1,71

2

0,593

Inhalt

71

1,55

2

0,580

Didaktik

72

2,18

2

0,845

Übertragbarkeit in die Praxis

68

2,04

2

0,781

Medizinische Kenntnisse

Programmstruktur

73

1,73

2

0,731

Inhalt

73

1,59

1

0,723

Didaktik

70

1,91

2

0,756

Übertragbarkeit in die Praxis

70

1,96

2

0,842

Grundkenntnisse von Testtheorie und Forschung

Programmstruktur

70

1,96

2

0,669

Inhalt

69

1,86

2

0,733

Didaktik

67

2,07

2

0,785

Übertragbarkeit in die Praxis

68

2,24

2

0,883

Grundkenntnisse anderer Wissensgebiete

Programmstruktur

70

1,94

2

0,778

Inhalt

71

1,62

2

0,684

Didaktik

70

1,90

2

0,705

Übertragbarkeit in die Praxis

69

2,20

2

0,739

Kompetenz der Vortragenden

Betreuung des Weiterbildungsprozesses

81

2,01

2

0,955

Wissen

81

1,33

1

0,500

Praktisches Können

81

1,64

2

0,639

Didaktische Fähigkeiten

78

2,14

2

0,716

Didaktische Fertigkeiten

72

2,13

2

0,749

Tabelle 3: Bewertung der einzelnen Unterrichtsfächer und der Vortragenden. Anmerkung: n=Anzahl der Personen, mw=Mittelwert, md=Median, s=Standardabweichung

Auch der Kommunikations- und Informationsfluss mit Lehrgangsleitung, Vortragenden, Verwaltung und Organisation sowie unter den Studierenden wurde durchwegs mit gut bewertet, ebenso wie die Vorbereitung und Abwicklung von (Teil-)Prüfungen und schriftlichen Arbeiten.

Insgesamt betrachtet wurde die Weiterbildung als große Bereicherung mit hoher Qualität und von besonderem Wert erlebt. Der fachliche Standard, die Vielfältigkeit der gebrachten Informationen und auch die inhaltliche Kompetenz wurden als äußerst positiv beschrieben. Kritik wurde von den Studierenden an dem geringen Frauenanteil unter den Vortragenden sowie an der didaktischen Aufbereitung der Weiterbildungsinhalte – zu viel Frontalunterricht, aber auch an der Dichte der Informationen geübt. Zudem wurde die doch bedeutende zeitliche und emotionale Beanspruchung, die der Universitätslehrgang - trotz der berufsbegleitenden Abhaltung - herausgestrichen.

Fazit

Die Studierenden konnten einen umfassenden Einblick in bzw. Rückblick auf ihre Ausbildung liefern und wertvolle Aussagen zu den verschiedenen Ausbildungsbestandteilen geben. In der vorliegenden Untersuchung lag der Fokus auf der Evaluation des Universitätslehrganges „Psychotherapeutische Psychologie“ mit dem Ziel dessen Rahmenbedingungen zu erhellen. Die Ergebnisse der Studie stellen eine detaillierte empirische Diskussionsgrundlage in Bezug auf die Erwartungen und Erfahrungen bzw. Kritikpunkte in Hinblick auf das Lehrangebot dar.

Es wird deutlich, dass der Universitätslehrgang sehr positiv erlebt wurde und das Ziel des Erwerbs theoretisch psychotherapeutischer, psychologischer und medizinischer Kenntnisse sowie die Vermittlung von Grundkenntnissen in Testtheorie und Forschung und anderen Wissensgebieten erreicht wurde.

Äußerst positiv kann hervorgehoben werden, dass sich die Erwartungen der Studierenden mit den tatsächlich gemachten Lernerfahrungen deckten. Es konnten Fachkenntnisse erweitern werden und persönliche, soziale und professionelle Kompetenzen gestärkt werden. Die Forschungsbefunde zeigen auch, dass eine Stärkung der professionellen Sicherheit durch die Weiterbildung erreicht werden konnte. Die Studierenden konnten einen guten Einblick in die multiprofessionelle, integrative Arbeitsweise von PsychotherapeutInnen gewinnen, wobei insbesondere die Persönlichkeit der PsychotherapeutInnen, Empathie sowie Beziehungsqualität wesentlich erschienen. Auch bezüglich der Verbindung von Theorie und Praxis wurden durchwegs positive Erfahrungen berichtet.

Zusammenfassend lässt sich ein sehr positives Bild des Universitätslehrgangs „Psychotherapeutische Psychologie“ zeichnen.

AutorInnen

Mag. Alexandra Koschier, Klinische- und Gesundheitspsychologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrgangsleiterin am Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, Donau-Universität Krems, Frauenberatung. Forschungsschwerpunkte: Psychotherapieforschung, Evaluationsstudien.

Univ.-Prof. Dr. Anton Leitner, MSc, Arzt, Psychotherapeut, Supervisor, Balintgruppenleiter, Lehrtherapeut für Integrative Therapie. Leiter des Departments für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit an der Donau-Universität Krems, Senatsvorsitzender der Donau-Universität Krems (2010 – 2013). Mitglied des Obersten Sanitätsrates im Bundesministerium für Gesundheit der Republik Österreich (seit 2008) und im Psychotherapiebeirat. Arbeitsschwerpunkte und Veröffentlichungen: Psychosomatik, Psychotherapie, Psychotherapeutische Medizin, Psychotherapieforschung.

Korrespondenz

Univ.-Prof. Dr. Anton Leitner, MSc

Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit

Donau-Universität Krems

Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30

A-3500 Krems an der Donau

Österreich

anton.leitner@donau-uni.ac.at

http://www.donau-uni.ac.at/psymed

Literaturverzeichnis

Brander, F.N., (2008), Evaluation des Universitätslehrganges Psychotherapeutische Psychologie 2004-2007 an der Donau-Universität Krems, Psychotherapie Forum, 16, 136-141.

Leitner, A., (2005), Evaluation – ein Beispiel. Weiterbildungsevaluation des Universitätslehrganges „Psychosoziale Beratung“ aus dem Zentrum für Psychosoziale Medizin der Donau-Universität Krems. „In“ Reichel, „(Hrsg.)“, Beratung Psychotherapie Supervision. Einführung in die psychosoziale Beratungslandschaft, (125-137), Wien: Facultas

 

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