Schließlich sind wir doch alle behindert! Ein Beitrag zur Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung

Erica Brühlmann-Jecklin

Abstract


Für die psychotherapeutische Behandlungspraxis lassen sich aus der empirisch-psychoanalytischen Psychotherapieforschung handlungsrelevante Fertigkeiten ableiten. Am Beispiel unterschiedlicher Studien (Therapie-Inanspruchnahme nach Erstgesprächen, zum Prozessverlauf von psychoanalytischen Behandlungen, Anwendungsuntersuchungen in der Routinepraxis) wird die Relevanz dieser Forschungsergebnisse für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erläutert, und die praktische Bedeutung für Behandlungstechnik, Evaluierung und Praxis abgeleitet.

Die in empirischen Studien belegte Wirksamkeit der Deutung des dominanten Affekts und der Übertragungsinteraktion bereits am Beginn von psychotherapeutischen Behandlungen verlangt vor allem die Bearbeitung von Affektregulationsparametern, wie etwa den Parameter des feindselig-externalisierend-dysphorischen Verhaltens. Aus psychoanalytischen Forschungsergebnissen wird die Wichtigkeit der Wahrnehmung und Bearbeitung externalisierender, projektiver Mechanismen für die erfolgreiche Behandlung in der Routinepraxis, für ein stabiles Arbeitsbündnis und eine tragfähige Beziehungsgestaltung zum Patienten1 abgeleitet. Als zusätzlicher Evaluierungsparameter des psychoanalytischen Prozesses wird die begleitende Erfassung der Gegenübertragung thematisiert und ein praxisrelevantes Modell der Evaluierung („Notation“) von Psychotherapien vorgestellt.

Schlüsselwörter Empirisch psychoanalytische Forschung, Persönlichkeitsstörungen, psychotherapeutische Praxis, Behandlungstechnik, Notation und Begleitevaluierung.

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