„Die Botschaft ist die Bombe (11. 9. 2001)“ oder: die Herrschaft der Angst

Ulrich Sollmann

Abstract


Die gnadenlose Unmittelbarkeit des Ereignisses 11. 9. 2001 läßt die Menschen weltweit ins Bodenlose ihrer Affekte stürzen. Viele spüren kein Sicherheitsgefühl mehr in der eigenen Identität. Statt dessen entsteht durch die weltweit gleichzeitig gezeigten Fernsehbilder zum ersten Mal in der Geschichte ein globaler Affekt in Echtzeit. Das Ereignis hat die Menschen noch heute im Griff und wirbelt Information und Affekte durcheinander.

Das Fernsehen als Erfüllungsgehilfe eines zynischen Plans der Terroristen potenziert das Grauen und ist selbst Geisel der Terroristen. Die Botschaft ist die Bombe und die Botschaft heißt Angst. Der Terror hat nicht den Menschen, sondern gerade seine Aufmerksamkeit zum Ziel. Terrorismus ist am 11.9.2001 also primär eine „Kommunikationsstrategie".

Die Welt trennt sich in „Gut und Böse". Globalisierung, Narzissmus im Westen und Selbst-Zerstörung in der Rolle der Selbstmord-Attentäter sind verschiedene Facetten ein und desselben narzisstischen Größenselbst. Dieses trägt Züge kindlicher Allmachtsphantasien, dient der Selbst-Täuschung, um Gefühle von Kleinheit, Ohnmacht und Hilflosigkeit durch Omnipotenzgefühle abzuwehren. Größenwahn, Selbstentwertung und Selbstzerstörung / Selbst-Tötung unterscheiden sich als Als-Ob-Identitäten im Osten und im Westen nicht groß voneinander.

Schlüsselwörter:
11.9.2001; globaler Affekt in Echtheit; Medien; innerseelische Sicherheit; Angst; Globalisierung; Narzissmus; Terrorismus als „Kommunikationsstrategie"; Größenwahn; Selbstentwertung; Selbst-Tötung; Identitätskrise.


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Copyright (c) 2003 Ulrich Sollmann

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