Psychotherapiemotivation und -indikation: Eine laitische Würdigung der Forschungsbefunde

Bernhard Strauß

Abstract


Die umfangreiche Forschung zu Psychotherapiemotivation und -indikation wird in diesem Beitrag in Form von sieben Thesen zusammengefasst und kommentiert. Es wird zunächst davon ausgegangen, dass die Motivation zur Psychotherapie nur begrenzt mit Indikationsentscheidungen kovariiert. Eine zweite These bezieht sich darauf, dass für die Psychotherapy komplexere Indikationsmodelle nötig sind als sie beispielsweise in der Medizin verwendet werden. Indikationentscheidungen in der Psychotherapie sind in der Regel das Resultat komplexer Aushandlungsprozesse (These 3), bei denen Zielvereinbarungen, die Berücksichtigung vorhandener Ressourcen und die „ Passung “ zwischen therapeutischem Angebot und den Vorstellungen der Patient(inn)en besonders bedeutend sind. These 4 vermutet die Bedeutung verzerrter Wahrnehmungen für die Indikationsstellung, die durch die Situation des praktizierenden Therapeutengekennzeichnet sind. In den Thesen 5 und 6 werden die Konzepte der prognostischen und der adaptiven Indikation gegenübergestellt. Schließlich wird dafür plädiert, durch eine Kombination der beiden Indikationsmodelle (prognostisch vs. adaptiv) eine bedarfsgerechte Psychotherapie zu realisieren.

Schlüsselwörter:
Psychotherapiemotivation, Indikation, Versorgungssystem, prognostische Indikation, adaptive Indikation.


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