Körperpsychotherapeutische Ansätze in der Behandlung traumatisierter Patienten: Körper, Trauma und Seelenlandschaften. Zwischen Berührung und Abstinenz

Jörg Clauer, Vita Heinrich

Abstract


Die Konzepte und Behandlungsmethoden basieren auf der Bioenergetischen Analyse (nach Alexander Lowen) und der Analytisch-Imaginativen Körperpsychotherapie (Body-Enlightenment nach Betty Esthelle) sowie der psychoanalytischen Objektbeziehungstheorie. Dargestellt werden Symptomatik des Traumas, Trauma und Körpererinnerung, spezifische körperliche Abwehrmuster bei traumatisierten Personen, Prinzipien der Körperpsychotherapie in der Behandlung von Trauma, Phasen der Traumatherapie sowie die Arbeit mit der verkörperten Gegenübertragung. Anhand von Fallbeispielen aus der ambulanten und klinischen Praxis werden besonders die verschiedenen Phasen der Traumatherapie ausführlich erläutert:

1. Phase der Stabilisierung/Sicherheit (Bioenergetische und Imaginative Interventionen bei Intrusionen sowie die Bedeutung des Groundings). 2. Phase des Erinnerns/Trauerns (Arbeit mit Atmung, Bewegung, Ausdruck von Trauer und Zorn sowie Prozess der Analytisch-Imaginativen Körperpsychotherapie). 3. Phase der Integration / des Wiederanknüpfens (analytischimaginative Techniken, z.B. mit dem „Inneren Kind“, bioenergetische Arbeit mit Täterintrojekten, Bedeutung der Sexualität/Beziehung).

Trauma führt immer zu einer Dissoziation der psychischen Funktionen vom Körpererleben. Nur eine körperpsychotherapeutisch integrierte Methode vermag diese Spaltung wirklich heilsam zu behandeln.

Das Thema der „Abstinenz“ in der körpertherapeutischen Praxis wird thematisiert. Was bedeutet es, wenn der/die Therapeut/in die Klienten körperlich berührt! Besonders bei Klienten/Klientinnen, die traumatisiert wurden! Die innere Abgegrenztheit des/der Therapeuten/in, verbunden mit der Fähigkeit, als „Kanal“ bzw. „Resonanzkörper“ für die Empfindungen der Klientin wirken zu können, wird als wichtige Voraussetzung für den Umgang mit der „induzierten (verkörperten) Gegenübertragung“ gesehen. Der konstruktive Umgang mit der verkörperten Gegenübertragung wirkt der Gefahr der Sekundär-Traumatisierung der Therapeuten/innen in der Arbeit mit traumatisierten Personen entgegen und kann als Mittel der Selbstfürsorge der Therapeuten/innen angesehen werden.

Schlüsselwörter:
Behandlung traumatisierter Klienten, Körperpsychotherapie, Bioenergetische Analyse, Analytisch-Imaginative Körperpsychotherapie, Abstinenz und Berührung: Verkörperte Gegenübertragung


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