Subjektivität und Sprache (1. Teil) - Ein Beitrag zum Wissenschaftsverständnis in der Psychotherapie

Hermann Spielhofer

Abstract


Diese Arbeit stellt einen Versuch dar, die Diskussion um eine wissenschaftliche Fundierung der Psychotherapie weiterzuführen. Dabei soll vorerst eine Abgrenzung gegenüber den empirischen Wirksamkeitsstudien erfolgen, die derzeit im Zusammenhang mit der gesetzlichen Normierung und der Finanzierung der Psychotherapie durch die Sozialversicherung in Österreich aktuell gewordenen sind. Entgegen der Auffassung eines einheitswissenschaftlichen Konzepts, soll hier Erfahrungswissenschaft nicht gleichgesetzt werden mit empirisch-nomologischer Wissenschaft. Psychotherapie wird hier als nicht-nomologische, hermeneutische Erfahrungswissenschaft dargestellt, in der das Erkenntnisverfahren seine Legitimität ausschließlich aus dem Dialog zwischen Therapeut und Klient bezieht und nicht aus der Überprüfung von Hypothesen anhand von Tatbeständen, bzw. aus der Erklärung dieser Tatbestände durch allgemeine Gesetzesaussagen. Vor allem anhand der Psychoanalyse sowie ansatzweise anhand der klientenzentrierten Psychotherapie, soll aufgezeigt werden, wie Psychotherapeuten ihre Erkenntnisse gewinnen und verifizieren und wie diese Annahmen in ein theoretisches Konzept eingebunden und systematisiert werden. Dabei wird neben S. Freud und C. R. Rogers vor allem auf J. Habermas und A. Lorenzer Bezug genommen, die zu einer wissenschaftstheoretischen Fundierung der Psychoanalyse wesentlich beigetragen und die versucht haben, die in den „biologistischen“ Formulierungen der Metapsychologie Freuds bereits enthaltenen interaktionistischen Momente herauszuarbeiten und im Lichte neuerer Theorien sozialer Interaktion sowie kritischer Sozialwissenschaften zu erweitern. Schlüsselwörter Wissenschaftstheorie, Hermeneutik, Psychoanalyse, klientenzentrierte Psychotherapie, Metapsychologie, Handlungssprache.

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Copyright (c) 1995 Hermann Spielhofer

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